Ein Baum zählt
keine Monate.
Er zählt Wärme.
Nenrin rechnet aus echten Wetterdaten aus, wie viel Wärme deine Bäume seit dem 1. Januar bekommen haben — und sagt dir daraus, wann umgetopft, geschnitten und gedüngt wird. Nicht „im März". Sondern: jetzt.
89 von 100 Gradtagen erreicht
Modellschätzung: Fenster öffnet in 6–9 Tagen
Nicht standortkalibriert · Unsicherheit ±7 Tage
Asset noch nicht eingesetzt
Nicht im März.
Sondern: jetzt.
Eine geschwollene Knospe ist kein Datum. Sie ist ein messbarer Zustand. Nenrin verbindet ihn mit der Wärme, die dein Baum an seinem Standort tatsächlich erlebt hat.
Wärmesumme statt Kalenderblatt
Die Landwirtschaft rechnet seit über hundert Jahren so: Eine Pflanze entwickelt sich nicht mit der Zeit, sondern mit der aufsummierten Wärme oberhalb einer Basistemperatur. Nenrin überträgt dieses Verfahren auf Ziergehölze in der Schale.
Dein Standort, nicht dein Land
Tageswerte für Temperatur, Niederschlag und Verdunstung, auf etwa fünf Kilometer genau. Frankfurt ist im März nicht Hamburg.
Wärme wird zu einem Konto
Jeder Tag zahlt ein, was er über der Basistemperatur der Art liegt. Kalte Tage zahlen nichts. Das Konto beginnt am 1. Januar bei null.
Jede Art hat ihren Punkt
Ist die Schwelle erreicht, öffnet sich das Pflegefenster. Zehn Tage vorher meldet sich Nenrin — genug Zeit, Substrat und Werkzeug zu richten.
Parallel läuft eine Wasserbilanz je Schale: Substratvolumen mal nutzbarer Wasserkapazität als Speicher, Verdunstung mal Schalenfläche mal Belaubungsgrad als Verbrauch. Der Belaubungsgrad kommt aus derselben Wärmekurve — deshalb weiß Nenrin im Februar, dass ein kahler Ahorn kaum Wasser zieht. Genau daran sterben die meisten Anfängerbäume.
Zeit zeichnet Haltung.
Der Topf bleibt. Der Baum sucht seinen Weg. Nenrin liest nicht nur Tage – sondern die eigene Zeit jedes Baumes.
Ein Kompendium, kein Erinnerungswecker
Zu jeder Art: Basistemperatur, Schwellenwerte, Pflegefenster, Substratvorlieben, typische Fehler — und woher die Zahl stammt. Nenrin sagt immer dazu, wie sicher es sich ist.
Fenster 60–120 GDD
Fenster 110–190 GDD
Fenster 70–140 GDD
Fenster 90–170 GDD
Fenster 50–110 GDD
Innenraummodell
Alle Schwellenwerte sind vorläufige Schätzungen und noch nicht standortkalibriert. Geplant ist ein Abgleich mit phänologischen Beobachtungen und den Beobachtungen der Nutzer. Bis dahin weist Nenrin die Unsicherheit sichtbar in Tagen aus. Eine schöne Grafik mit dem falschen Umtopfdatum ist schlechter als gar keine — sie kostet Bäume.
Tausend Jahre Beobachtung, aufgeschrieben
Bonsai ist eine Praxis mit langem Gedächtnis. Wer versteht, woher die Regeln kommen, erkennt schneller, welche davon Naturgesetz sind und welche nur Gewohnheit.
Penjing 盆景 — Landschaft in der Schale
In China entsteht die Kunst, ganze Landschaften in flachen Gefäßen darzustellen. Wandmalereien aus dem frühen 8. Jahrhundert zeigen Bedienstete, die bepflanzte Schalen tragen.
Ankunft in Japan mit dem Zen
Mit buddhistischen Mönchen kommt die Praxis nach Japan und wird dort verknappt: nicht mehr die Landschaft, sondern der einzelne Baum.
Hachi no Ki 鉢の木 — Der Baum im Topf
Ein Nō-Stück erzählt von einem verarmten Samurai, der seine letzten drei Zwergbäume verbrennt, um einen Gast zu wärmen. Der früheste Beleg dafür, dass diese Bäume als Kostbarkeit galten.
Vom Tempel in die Stadt
Gartenbau wird zum Massenvergnügen. Händler, Handwerker und Samurai sammeln, tauschen und züchten — hier entstehen die Formensprache und die Werkzeuge, die bis heute gelten.
Das Bonsai-Dorf 大宮盆栽村
Nach dem großen Kantō-Erdbeben verlassen Tokioter Gärtner die zerstörte Stadt und gründen nördlich davon eine Siedlung mit besserem Boden und sauberer Luft. Sie existiert bis heute.
Kokufū-ten 国風盆栽展
Die erste große öffentliche Ausstellung im Tokioter Nationalmuseum macht aus einer Liebhaberei eine anerkannte Kunstform mit Maßstäben und Jury.
53 Bäume gehen über den Pazifik
Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit schenkt Japan den USA eine Sammlung. Darunter eine Weißkiefer aus Hiroshima, die den 6. August 1945 in einer Gärtnerei überstanden hat — was erst 2001 bekannt wurde.
Drei Wege zum selben Zeichen
Der Name ist der Jahresring, also muss es das Zeichen auch sein. Entscheidend: echte Ringe sind nie gleichmäßig konzentrisch. Sie sind exzentrisch, und die Ungleichmäßigkeit ist genau die Produktidee. Drei Auslegungen zur Wahl.
Der volle Ring, exzentrisch versetzt. Ein Ring in Zinnober markiert das laufende Jahr. Am eindeutigsten, am wenigsten überraschend.
Ein Ausschnitt aus dem Ring im quadratischen Hanko-Rahmen. Kompendium-Charakter, funktioniert winzig, wirkt wie eine Signatur.
Nur ein Viertel des Rings, die Strichstärke trägt die Information: dick, wo es warm war. Am abstraktesten, am ehesten als Muster ausbaufähig.
Frost kennt keinen Monatsanfang.
Nenrin verbindet die Vorhersage mit Art, Schale und Standort. Eine Warnung erscheint, bevor der Wurzelballen gefährdet ist – und sagt, für welche Bäume sie gilt.

Trag deinen ersten Baum ein
Art, Standort, Schalengröße. Mehr braucht Nenrin nicht, um am nächsten Morgen zu wissen, wie viel Wärme dein Baum bisher gesehen hat.